Die Rheumatoide Arthritis (RA) ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. In Deutschland ist knapp einer von 100 Erwachsenen von dieser Rheuma-Form betroffen, Frauen sogar drei Mal häufiger als Männer. Bei PatientInnen mit RA zeigen sich nach längerer Erkrankung ein hoher Grad an Erwerbsunfähigkeit (ca. 40 % nach 10 Jahren) sowie eine verkürzte Lebenserwartung, mit einem 1,6-fach erhöhten Mortalitätsrisiko im Vergleich zur Normalbevölkerung.
Eine frühzeitige Therapie kann zu einer anhaltenden oder sogar kompletten Remission führen. Entscheidend ist dabei die Zeit zwischen den ersten Symptomen und der Diagnosestellung. Fachärztemangel, lange Wartezeiten und unspezifische Symptome spielen hier eine große Rolle.
Wie die aktuelle rheumatologische Versorgung in Deutschland aussieht, was eine frühe Diagnose für RA bedeutet, wie digitale Lösungen unterstützen können und warum wir eine zuverlässige und schnelle RA-Diagnose auch von zuhause brauchen – all das haben wir am Treffpunkt in-vitro-Diagnostik am 10.12. diskutiert.
Moderiert von Elimar Brandt, einem der Gründer des Deutschen Rheuma-Forschungsinstituts, erhielten wir einen spannenden Einblick in die Geschichte der Rheumaforschung in Berlin. Dr. Michael Zänker, Chefarzt der Immanuel Klinik Bernau und Vorstand des RheumaZentrums Nord-Brandenburg, präsentierte den aktuellen Weg zur RA-Diagnose und zeigte auf, wie groß die Lücke zwischen Praxis und den Empfehlungen der nationalen und internationalen Fachgesellschaften noch ist. Er machte deutlich, dass Rheumatologen sehr offen für neue (digitale) Lösungen sind, die die RA-Diagnose verbessern und beschleunigen.
Epirot Alija (salvevita) stellte HomeDx und das Forschungsprojekt RheumaCheck vor. Dabei geht es um die Verbindung zwischen Schnelltests für die Heimdiagnostik und einer telemedizinischen Plattform, die den Weg zur Therapie deutlich verkürzen soll. Mit einem Lesegerät und einer verbundenen App möchte RheumaCheck die RA-Diagnostik bereits zuhause oder in der Apotheke ermöglichen und so einen schnelleren Therapiebeginn schaffen.
Zum Abschluss präsentierte Dr. Johanna Callhoff den aktuellen Versorgungsstand in Deutschland, erläuterte die Ursachen des Fachkräftemangels in der Rheumatologie und zeigte auf, wie die Zukunft der rheumatologischen Versorgung aussehen könnte, wenn wenn gezielt in Ausbildung und verbesserte Arbeitsbedingungen investiert wird.
Deutlich wurde: Auch wenn die Ursache der RA bis heute nicht eindeutig definiert ist, sind Diagnostik und Therapie gut etabliert und sie wirken. Der Schlüssel zu mehr Lebensqualität durch frühzeitige Behandlung liegt in einer schnellen und gut stratifizierten RA-Diagnose!
Wir bedanken uns herzlich beim Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin und salvevita für die Unterstützung – und bei allen Teilnehmenden für die spannende Diskussion!








