Blut bleibt der Goldstandard in der Diagnostik. Auch für kontinuierliches Gesundheitsmonitoring, zum Beispiel bei Krankheiten wie Diabetes, ist die Messung von Markern im Blut weiterhin unerlässlich. Doch welche Alternativen zur klassischen Blutabnahme gibt es? Genau darauf richtete sich der Fokus beim 4. Treffpunkt in-vitro-Diagnostik am 26. Juni.
Prof. Frank Bier (IMDB) gab einen umfassenden Überblick über alternative „non-blood fluids“ – von Schweiß über Speichel bis Tränen und Stuhl. Er zeigte eindrücklich auf, welche diagnostischen Potenziale in diesen Materialien stecken und wie Wearables und andere nicht-invasive Sensoren als Teil integrierter Lösungen eine immer größere Rolle spielen können.
Von Josua Ziegler (punktum) lernten wir, wie die Verbindung von künstlicher Intelligenz mit innovativer Sensortechnologie die Entwicklung neuer Ansätze beschleunigt. Anhand von drei Anwendungsbeispielen wurde deutlich, dass sowohl Apps als auch Wearables künftig ein wichtiger Bestandteil einer multimodalen Diagnostik sein werden.
Zum Abschluss präsentierte Sebastian Kersting (Fraunhofer IZI-BB) das spannende Projekt „MyPeriodTest“. Hierbei geht es um eine alternative Quelle für die Blutanalyse: Menstruationsblut. Diese Quelle liefert vergleichbare diagnostische Marker und zusätzlich zahlreiche Proteine, die regelmäßig und nicht-invasiv verfügbar sind – ein wichtiger Schritt in Richtung Gesundheitsmonitoring von zuhause.
Die Entwicklungen und Lösungen im Bereich der nicht-invasiven Sensorik sind nicht neu, gewinnen jedoch durch KI-gestützte Ansätze, die steigende Akzeptanz von Point-of-Care-Diagnostik und technologische Fortschritte rasant an Dynamik. Eine Zukunft der Diagnostik ganz ohne Nadeln ist damit in greifbare Nähe gerückt.
Wir bedanken uns herzlich beim Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin und salvevita für die Unterstützung und freuen uns, bald wieder alle Teilnehmenden beim nächsten Treffpunkt in-vitro-Diagnostik begrüßen zu dürfen!






